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Studienstart an der F-MK: Ankommen, vernetzen, Zukunft gestalten
Ankommen, vernetzen, mitgestalten: So beginnt Studium in Görlitz.
Mehr als ein erster Studientag: Die F-MK begrüßt ihre neuen Studierenden
Autor: Sebastian Benad
Bilder: Linus Barthel
Noch sind viele Gesichter fremd. Noch ist nicht klar, mit wem man in den kommenden Semestern Projekte entwickelt, Prüfungen besteht oder Jahre später vielleicht noch befreundet sein wird. Genau an diesem Punkt setzte die feierliche Semestereröffnung der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften am 29. September 2026 im Kulturforum Görlitzer Synagoge an.
Studiendekanin Prof. Dr. Jana Stolz-Römmermann und Theresa Metzner, Bachelorstudentin im Tourismusmanagement, führten gemeinsam durch den Vormittag. Metzner erinnerte sich an ihren eigenen Studienbeginn: an Aufregung, unbekannte Gesichter – und daran, dass aus einigen dieser zunächst fremden Menschen enge Freundschaften entstanden.
Beim gemeinsamen „Fakultäts-Check“ wurden die neuen Studierenden der verschiedenen Studiengänge erstmals als Gruppen sichtbar. Zugleich wurde deutlich, was den Vormittag prägen sollte: Studium besteht nicht allein aus Fachwissen. Es lebt von Begegnungen, unterschiedlichen Perspektiven und der Bereitschaft, die eigene Studienzeit aktiv zu gestalten.
Görlitz als Lern- und Gestaltungsraum
Benedikt M. Hummel, Bürgermeister für integrierte Stadtentwicklung der Stadt Görlitz und selbst ehemaliger Kulturmanagementstudent der Hochschule, machte in seinem Grußwort deutlich, dass Studium nicht an der Tür des Seminarraums endet.
Stadt, Region und Europa, so seine Botschaft, brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen und Zukunft mitgestalten. Gerade Görlitz bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten: Strukturwandel, Stadtentwicklung, Kultur, Tourismus, neue Wissenschaftsstrukturen und die unmittelbare Lage an der deutsch-polnischen Grenze machen gesellschaftliche Veränderung direkt erfahrbar.
Damit griff Hummel zugleich einen zentralen Gedanken des Selbstverständnisses unserer F-MK auf: Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und Innovation und Transformation in Gesundheit, Kommunikation, Kultur und Tourismus aktiv zu gestalten.
Wie unterschiedlich solche Wege aussehen können, zeigten Maren Kählig und Emily Hickmann. Aus Studium, Berufspraxis und Forschung entwickelte sich unter anderem eine digitale Anwendung zur Begleitung von Menschen vor und nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenks – und schließlich ein Start-up.
Mindestens ebenso wichtig waren jedoch die persönlichen Erfahrungen der beiden Absolventinnen des Studiengangs Management im Gesundheitswesen. Berufliche Wege müssen nicht geradlinig verlaufen. Vorstellungen dürfen sich verändern, Freundschaften aus dem Studium können später zu beruflichen Netzwerken werden und nicht jede Entscheidung muss von Beginn an feststehen. Studium bietet auch Raum für persönliche Entwicklung, Teamarbeit und das Entdecken eigener Stärken.
Praxis, Kultur und Internationalität
Auch Philipp Bormann, Intendant des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau, ermutigte die Erstsemester, ihre Studienzeit nicht auf Lehrveranstaltungen zu reduzieren. Menschen kennenlernen, die Stadt entdecken, Bücher lesen, Kultur erleben und gemeinsam neue Ideen entwickeln – all das gehöre ebenso zu einem Studium. Mit einem Theatergutschein erhielten die neuen Studierenden deshalb gleich eine konkrete Einladung, diesen Lernraum zu entdecken.
Arminius Ezer, Absolvent der Internationalen Wirtschaftskommunikation, lenkte den Blick auf eine weitere Besonderheit des Studienortes: die Lage im deutsch-polnischen Grenzraum. Das Erlernen der polnischen Sprache habe ihm nicht nur neue sprachliche Kompetenzen, sondern auch andere Perspektiven auf Kommunikation, Kultur und Zusammenarbeit eröffnet.
Seine Empfehlung war entsprechend praktisch: Internationalität nicht nur in englischsprachigen Lehrveranstaltungen zu suchen, sondern die unmittelbare Nachbarschaft zu Polen zu nutzen, Menschen kennenzulernen und kulturelle Unterschiede als Lernchance zu verstehen.
Jörg Daubner, Vorsitzender des Tourismusvereins Görlitz und Unternehmer, ergänzte die Perspektive der regionalen Wirtschaft. Görlitz verfüge über erhebliches touristisches Potenzial, zugleich stehe die Branche vor Veränderungen. Seine Aufforderung an die Studierenden: Kontakt zur Praxis suchen, Herausforderungen kennenlernen und das vorhandene Potenzial mitgestalten.
Damit verdichteten sich die verschiedenen Beiträge zu einem gemeinsamen Gedanken: Die Praxis braucht Wissen aus der Hochschule – und Hochschule braucht den Austausch mit der Praxis.
Hochschule mitgestalten
Dass Mitgestaltung bereits während des Studiums beginnt, zeigte der Fachschaftsrat der F-MK. Die studentische Vertretung stellte Veranstaltungen und Unterstützungsangebote vor, vor allem aber ihre Funktion als Stimme der Studierenden und Anlaufstelle für Fragen, Ideen und Probleme.
Prof. Dr. Jana Stolz-Römmermann würdigte dieses Engagement ausdrücklich. Hochschule lebe davon, dass Studierende nicht nur teilnehmen, sondern mitreden, mitentscheiden und auch widersprechen. Studentisches Engagement werde so zu einem Teil gelebter Hochschuldemokratie.
Kurz vor dem offiziellen „Aufbruch ins Studium“ folgte ein ungeplanter besonderer Moment: Dekan Prof. Dr. Falk Maiwald wurde für 25 Jahre Tätigkeit an der Hochschule Zittau/Görlitz geehrt. Im Namen des Rektorats erhielt er eine Urkunde; hinzu kamen persönliche Würdigungen aus dem Kollegium.
Gewürdigt wurden insbesondere sein offenes Ohr, seine Nahbarkeit, Menschlichkeit, Tatkraft und sein Einsatz für die Zukunft der Fakultät. Maiwald reagierte sichtbar bewegt und verband die Ehrung mit einer Botschaft an die neuen Studierenden: Gestaltung brauche Motivation, Begeisterung und die Bereitschaft, sich für Dinge einzusetzen.
Auch die Fakultät selbst befindet sich dabei in einem Transformationsprozess. Maiwald verwies darauf, dass die neuen Studierenden zu den letzten Jahrgängen gehören, die ihr Studium in der heutigen Struktur der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften beginnen. Ab September 2027 soll die neue Fakultät in den Schwerpunkten Wirtschaft, Informatik und Kultur entstehen. Transformation wird damit nicht nur gelehrt – sie wird an der Hochschule selbst erlebt und gestaltet.
Lernen im Zeitalter der KI
Seinen eigentlichen Beitrag nutzte Maiwald schließlich für eine Frage, die das Studium der kommenden Jahre wesentlich prägen wird: Wie verändert künstliche Intelligenz das Lernen?
KI könne Ergebnisse verbessern, Aufgaben erleichtern und neue Möglichkeiten eröffnen. Gute Ergebnisse bedeuteten jedoch nicht automatisch, dass die Menschen dahinter auch mehr gelernt hätten.
Maiwald veranschaulichte dies mit dem Bild eines Personal Trainers: Er kann Übungen erklären und zeigen – die Muskeln entstehen dadurch aber nicht. Trainieren muss man selbst.
Genauso müsse KI im Studium verstanden werden. Digitale Werkzeuge sollen genutzt und kritisch reflektiert werden. Gleichzeitig bleiben eigenes Denken, Schreiben, Diskutieren, Lesen und Ausprobieren unverzichtbar.
Die entscheidende Ressource einer Hochschule sei deshalb nicht allein Technologie, sondern gemeinsame Zeit: die Zeit der Lehrenden mit den Studierenden und die Zeit, die Studierende selbst in ihre Entwicklung investieren.
Ein Auftakt, der zeigt, wofür die Fakultät steht
Stadtentwicklung, Gesundheitsversorgung, Theater, internationale Kommunikation, Tourismuswirtschaft, studentisches Engagement und Fakultätsentwicklung: Die Perspektiven des Vormittags waren unterschiedlich und führten doch immer wieder zu denselben Fragen.
Wie können Menschen Veränderungen gestalten? Wie lassen sich Theorie und Praxis verbinden? Und welche Rolle übernimmt jede einzelne Person dabei?
Genau darin liegt das verbindende Element der F-MK. Ihre Studiengänge beschäftigen sich aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven mit Menschen, Organisationen und Transformation.
Die Semestereröffnung machte diesen Anspruch konkret: durch die Einladung, Görlitz mitzugestalten, durch berufliche Wege von Alumni, durch die Grenzlage als Lernraum, durch Praxispartnerschaften, studentisches Engagement und durch die Aufforderung, auch im Zeitalter leistungsfähiger KI das eigene Lernen nicht aus der Hand zu geben.
Damit schließt sich der Kreis zum Beginn der Veranstaltung: zum Blick auf die Menschen, die heute noch fremd nebeneinandersitzen.
Was daraus in den kommenden Jahren entsteht, beginnt jetzt.
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