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27. Oktober 2021

Der COAla ist wieder am Start – 20 Jahre Campus Open Air

Nach zwei Jahren Pause endlich wieder Campus Open Air! Rückblick auf das Festival und Hürden bei der Planung.


Konzertbühne mit Publikum
Auftritt von Blackout Problems

Nach erneuter Verschiebung feiert der Campus Görlitz beim COA 2021

Autorin/Fotos: Verena Nowatzki

Vom 7. bis 9. Oktober war es nach langer Zeit des Wartens wieder soweit: das legendäre Campus Open Air hatte den Campus der Hochschule Zittau/Görlitz ein Wochenende lang in ein Festivalgelände verwandelt. Das COA ist ein ehrenamtliches Event von Studierenden unserer Hochschule in Kooperation mit dem Second Attempt e.V. Im letzten Jahr hatte unser allseits bekannter Feind, der seit März 2020 unser Leben maßgeblich beeinträchtigt und verändert, die Absage der Veranstaltung zu verantworten. In diesem Jahr sollte es auf keinen Fall erneut dazu kommen! Nachdem das Datum zuerst für den Juni 2021 festgelegt worden war, kam es angesichts der ungewissen Lage schließlich doch noch zu einer Terminverschiebung in den Oktober, pünktlich zum Start des Wintersemesters.

Tag 1: Kulturelle Ergüsse unter der Rotbuche

Das COA im Herbst – eine ganz neue Erfahrung! Und auch wenn statt luftiger Kleidchen, Hawaiihemden und Blumen im Haar, dann doch eher Schal, Mütze und drei dicke Pullover als Festivaloutfit herhalten mussten, war das Campus Open Air ein mega Event. Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums gab es sogar einen dritten Festivaltag anstatt der üblichen zwei. Am Donnerstagabend wurde das COA mit einer kostenlosen Open-Stage-Kulturbühne eröffnet. Alle Willigen stellten dort ihr Talent zur Schau. Unter der großen Rotbuche,dem Mittelpunkt des Campus, haben sich zahlreiche Musiker*innen, Sänger*innen und Lyriker*innen präsentiert. In traumhafter Atmosphäre unter dem rot angestrahlten Baum und mit romantischen Lichterketten fand das diesjährige COA einen einmaligen Auftakt. Den eindrucksvollen Abschluss dieses ersten Abends bildete Luceur mit seiner Schreibmaschine. Aus spontan vom Publikum zugerufenen, völlig zusammenhanglosen Wörtern tippte er innerhalb weniger Minuten sehr fantasievolle und urkomische Gedichte. Poesie unter Verwendung der Begriffe Schienenersatzverkehr, Lederhosen und Seechen (Verniedlichung von See) ist wohl eine Kunst für sich.

Tag 2: Vamos a la playa meets Hard Rock

Den ersten offiziellen Festivaltag eröffnete die Punk-Rock-Band Beyond Memories noch vor einem relativ kleinen Publikum, was die Jungs jedoch nicht davon abhielt, alles zu geben. So langsam füllte sich das Hochschulgelände. Der Singer-Songwriter Nico Laska begeisterte mit gefühlvollen Akustikklängen und gegen die kriechende Herbstkälte half die fulminante Feuershow. Auch die nächste Band sorgte dafür, dass allen schnell wieder warm wurde. Chipai aus Hamburg heizten mit spanischen Salsa-Klängen, peppigen Ska-Beats, überraschend grooviger Harfe und einer energetischen Frontsängerin ein. Da machte es auf einmal gar nichts mehr aus, dass es Oktober und nicht Juni war. Alle schwingten die Hüften und für eine Stunde wurde der Hochschulparkplatz zur südländischen playa.

Um kurz vor halb 11 warteten dann alle gespannt auf den Headliner Blackout Problems. Eine kleine Zusammenfassung: Der charismatische Frontsänger in Leojacke eröffnete das Konzert in der begeisterten Menge, COA-Organisator Gabriel legte einen Stagedive hin und im Moshpit wurde abgegangen. Ein wahrlich gelungener Auftritt! Während Blackout Problems Vollgas gaben, begann meine Barschicht. An dieser Stelle möchte ich mich einmal bei allen entschuldigen, die in den Genuss meiner teils wagemutigen Mixgetränke gekommen sind – ich hoffe, Euch geht es gut!

Der erste Festivaltag endete schließlich damit, dass Aula und Mensa zu Dancefloors wurden und vier verschiedene DJs auflegten. Mit schmerzenden Füßen, erschöpft, aber zugleich mit einem Lächeln auf den Lippen und voller Vorfreude auf den nächsten Tag ging es nach Hause.

Tag 3: Die Mischung macht’s!

Der Samstag begann gemütlich mit verschiedenen Aktionen wie einem Kleidertausch, bei dem ich endlich einmal ein paar alte Klamotten von mir ausmisten konnte. Außerdem zeigten die Mädels bei der Pole Dance Show, dass es diese Sportart wirklich in sich hat.

Den musikalischen Anfang machten an diesem Nachmittag der Singer-Songwriter Kornelius, dicht gefolgt von geballten Rock’n‘Roll Klängen der Dirty Blondes aus der tschechischen Hauptstadt. Das Kontrastprogramm beim COA war wirklich wild, denn die nächste Gruppe Rabajah aus Berlin lässt sich mit ihrem bunten Mix aus ganz verschiedenen Stilrichtungen definitiv in keine Schublade stecken. Gegen Ende des Abends gab sich schließlich die junge Rapperin Rote Mütze Raphi die Ehre. Leider konnte ihr Auftritt aus technischen Gründen nicht stattfinden. Dafür animierte sie das Publikum mit ein paar Einlagen ihrer mitgebrachten DJs. Als der Mainact LGoony den krönenden Abschluss für diesen Tag und auch das gesamte COA die Bühne betrat, war die Stimmung in der Menge ausgelassen. Einen persönlichen Shoutout möchte ich dem Glühweinstand widmen, der meinen Abend im wahrsten Sinne des Wortes noch versüßte.

Planung mit vielen Hindernissen

Ich hatte auf dem COA eine tolle Zeit. Bei Projektkoordinator Gabriel erkundigte ich mich, wie er das Festival in diesem Jahr wahrgenommen hat und welche Hürden es bei der Planung und Durchführung gab. Insbesondere Corona habe vieles deutlich erschwert, berichtet er. Das nur achtköpfige Team musste neben der Rekrutierung von Bands, Standbetreibenden, Technikverantwortlichen usw. ständig ein Auge auf die Infektionszahlen und die aktuellen Hygieneschutzverordnungen behalten. So führte COVID-19 auch dazu, dass der eigentliche Samstags-Headliner BLOND aufgrund eines positiv getesteten Bandmitglieds absagen musste. Zwei Tage vor Festivalbeginn stand das Orga-Team vor der Herausforderung, einen neuen Mainact zu finden.

„[…] Alles in allem hat die Pandemie alles wesentlich schwieriger gemacht, aber wir haben das für unsere Möglichkeiten super gemeistert und ich bin sehr stolz auf mein Team“, meint Gabriel. Zufrieden ist er allerdings nicht, denn die Besuchszahlen blieben deutlich hinter denen der vorherigen Jahren zurück und die finanziellen Mittel waren knapp bemessen. Deshalb wünscht er sich für das nächste Campus Open Air einige Veränderungen. Dafür braucht das Orga-Team vor allem jede Menge motivierter Studis, die Lust haben, ins Eventmanagement reinzuschnuppern (hört, hört KuMas und Touris!) und ein unvergessliches Festival auf die Beine zu stellen. Ein erster Infoabend fand am 26. Oktober statt..

Die Planung für das COA 2022 steht in den Startlöchern und damit es ein voller Erfolg wird, braucht es DEINE tatkräftige Unterstützung!

Checkt auch die offizielle Website des COA aus. Bei weiteren Fragen meldet euch unter info(at)campusopenair.com oder auf Instagram @campusopenairgoerlitz.

Redaktioneller Ansprechpartner

Foto: M.A. Sebastian Benad
M.A.
Sebastian Benad
Fakultät Management- und Kulturwissenschaften
Standort 02826 Görlitz
Brückenstraße 1
Gebäude G II, Raum 256
+49 3581 374-4557
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