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Proaktiv in die Zukunft

07. Jun. 2018

Die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) hat ihre Planungen bis zum Jahr 2025 unter Dach und Fach. Nachdem der Senat in seiner Sitzung im März den Entwurf des Rektorates beschlossen hatte, wurde dieser nun auch vom Hochschulrat in dessen Mai-Sitzung genehmigt.

 

Besonders erfreut zeigte sich Rektor Prof. Friedrich Albrecht darüber, dass beide Gremien ihre Beschlüsse einstimmig gefällt haben:

 

„Es hat sich gelohnt, dass wir die Erarbeitung des Entwicklungsplans in einen intensiven und breit angelegten hausinternen Diskussionsprozess eingebettet haben, der von der Einrichtung einer Senatskommission Hochschulentwicklung bis zu gemeinsamen Beratungen von Senat und Hochschulrat reichte. Damit wurde gewährleistet, dass die Zielrichtung und die Maßnahmen, die sich aus ihm ergeben, auf eine hohe Akzeptanz unter den Mitgliedern unserer Hochschule stoßen.“

Die Vorsitzende des Hochschulrates, Prof. Dr.-Ing. Sylvia Rohr, verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Dynamiken, die außerhalb der Hochschulen liegen:

 

„Der regionale und industrielle Strukturwandel, die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt, der Wettbewerb in einem zunehmend heterogenen Bildungsmarkt, demografische Veränderungen wie auch der Bedarf an neuen digitalen Lern- und Lehrformen stellen die Hochschulen vor große Herausforderungen. Die HSZG muss deshalb in ihrem Kern proaktiver werden: noch offener für Veränderung und dabei gestaltend und innovativ sein.“

Hochschulrat und Hochschulleitung auf dem Görlitzer Campus

 

Als wichtigste strategische Aufgabe der nächsten Jahre hat die HSZG ihre Rolle für den Strukturwandel der Lausitz identifiziert. Der avisierte Ausstieg aus der Braunkohleverstromung beinhaltet enorme Herausforderungen. Die Region steht vor einem wirtschaftsstrukturellen Umbruch, der in seiner Dimension an den der 90-er Jahre heranreicht. Die HSZG will ihren Beitrag leisten, dass sich in der Lausitz ein wirksames Innovationsfeld etabliert, das gleichermaßen technologische wie auch soziale Innovationen umfasst. Es geht zugleich um die Erforschung und Entwicklung effizienter, wettbewerbsfähiger Fertigungstechnologien, Produkte und Systeme als auch um innovative Arbeits- und Sozialmodelle zur Gestaltung attraktiver und nachhaltiger Lebenswelten unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten und Potenziale.

 

Um diese Rolle auszufüllen, setzt die HSZG auch weiterhin auf ihr breites Fächerspektrum von über 40 Studienangeboten. Neue Studiengänge werden in den Angewandten Pflegewissenschaften, den Angewandten Naturwissenschaften und der Pharmazeutischen Biotechnologie eingerichtet, hinzu kommt der neue Vertiefungsbereich Cyberphysische Systeme, der auf technologische Entwicklungen rund um Industrie 4.0, aber auch auf Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben (AAL) von z. B. älteren Menschen fokussiert.

 

Die grundsätzliche Profilierung der Hochschule wird beibehalten: Die Kompetenzfelder „Energie und Umwelt“ sowie „Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“ stehen weiterhin im Mittelpunkt, ebenso die internationale Ausrichtung auf Mittel- und Osteuropa.

 

Ein verstärktes Augenmerk – und damit auch ein stärkerer Mitteleinsatz – wird auf die Aufgabenbereiche Forschung, Transfer und Innovation gelegt. Hier sieht die HSZG die größten Gestaltungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven basierend auf ihren bisherigen wettbewerblichen Erfolgen. So wurden in zwei Exzellenzprogrammen des BMBF für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften – „FH-Impuls“ und „Innovative Hochschule“ – Mittel eingeworben, die auf Jahre hinaus die drittmittelbasierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit absichern. Hinzu kommen dauerhaft etablierte bzw. sich etablierende Kooperationen mit strategischen Partnern wie der Fraunhofer Gesellschaft (Oberlausitzer Kunststoffzentrum in Zittau, Cyber-Sicherheitslabor für kritische Infrastrukturen in Görlitz) oder bundesweit einmalige Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen wie das vom Hochschulinstitut IPM aufgebaute und betriebene Zittauer Kraftwerkslabor (ZKWL), das der Erforschung von Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, der Energiespeicherung sowie der Nutzung erneuerbarer Energien dient.

 

Die HSZG geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, wobei die Forschungs- und Entwicklungsthemen verstärkt interdisziplinär werden – also nicht mehr nur technologische oder soziale Fragestellungen betreffen. Diese werden zunehmend übergreifend bearbeitet werden müssen. Hierzu wird die Steuerung darauf ausgerichtet, die Zusammenarbeit über Disziplinengrenzen, Organisationsbereiche und Standorte hinweg zu stärken und damit das besondere Potenzial der Hochschule an den Schnittstellen von Ingenieur-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften auszubauen und in Forschung, Lehre und Transfer einzubinden.

 

Zur besseren Koordinierung und Unterstützung der hierfür erforderlichen Prozesse richtet die HSZG eine dem Rektorat zugeordnete Stabsstelle ein. Parallel wird zur Intensivierung von Forschung und Wissens- und Technologietransfer in den Fakultäten und Instituten dezentral eine unterstützende personale Grundausstattung für einen wissenschaftlichen Mittelbau aufgebaut.

 

Mit der Hochschulentwicklungsplanung gingen intensive Beratungsgespräche einher.

 

Im Bereich Studium und Lehre werden Strukturen und Prozesse etabliert bzw. bereits vorhandene gestärkt, die der Qualitätsentwicklung und der Verbesserung des Studienerfolgs dienen: Verbesserung der Beratung und Begleitung der Studierenden, Einführung der Systemakkreditierung, Ausbau der hochschuldidaktischen Weiterbildung sind hier die wichtigsten Stichworte.

 

Eine gravierende Erhöhung der Anzahl der Studierenden ist nicht vorgesehen. Der sächsische Hochschulentwicklungsplan gibt vor, dass sich die Zahl der Studierenden an der HSZG von aktuell 3.000 auf 3.200 im Jahr 2025 entwickeln soll. Dies korrespondiert mit der demografischen Ausgangslage und dem, was das Fächerspektrum der Hochschule bereitstellen kann. Eine realistische quantitative Perspektive hilft zudem, dass man sich auf qualitative Ziele konzentrieren kann.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsplanung ist die Personalentwicklung. Nicht nur in der Wirtschaft, auch im Wissenschaftsbereich ist das Thema Sicherung des Fachkräftebedarfs von steigender Bedeutung. Die HSZG wird diesbezüglich bis Mitte 2019 mit einem umfassenden Personalentwicklungskonzept antworten, das die Kernfragen zur Personalausstattung, -gewinnung, -führung und Karriereentwicklung umfassend behandelt.

 

Die strukturellen Maßnahmen sind den Zielen der Entwicklungsplanung angemessen. Beispielsweise werden die zentralen Einrichtungen durch Gründung des Zentrums für fakultätsübergreifende Lehre erweitert. Dieses Zentrum wird die äußerst vielfältigen Lehrangebote, die sich nicht mehr nur auf eine Fakultät beziehen, in einer Einheit bündeln.

 


 Kontakt:

Hella Trillenberg

Referentin des Rektors / Pressestelle

Tel.: 03583 612-3030

Mail: h.trillenberg@hszg.de

Letzte Änderung:16. März 2017

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